Einbruch-Statistik 2025: Wann, wie und wie oft eingebrochen wird
Wie viele Wohnungseinbrüche gab es 2025 wirklich, wann passieren sie und wie oft scheitern sie? Dieser Ratgeber fasst die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik nüchtern zusammen – und zeigt, was sie für den eigenen Schutz bedeuten.
Worüber die Statistik spricht
Die wichtigste Quelle zu Einbrüchen in Deutschland ist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die das Bundeskriminalamt jährlich veröffentlicht. Der hier betrachtete Deliktbereich ist der Wohnungseinbruchdiebstahl – also das Eindringen in eine dauerhaft genutzte Wohnung oder ein Wohnhaus, einschließlich der Versuche.
Ein Hinweis zur Einordnung vorweg: Die PKS erfasst nur angezeigte Taten. Ein Dunkelfeld nicht gemeldeter Fälle bleibt unberücksichtigt. Trotzdem ist die PKS der verlässlichste Maßstab für Entwicklung, Zeitpunkte und Erfolgsquote von Einbrüchen.
Die wichtigsten Zahlen 2025 auf einen Blick
82.920
erfasste Wohnungseinbrüche (inklusive Versuche) im Jahr 2025 – rund 5,7 % mehr als 2024 (78.436).
44,9 %
aller versuchten Einbrüche scheiterten – fast jeder zweite Versuch blieb erfolglos.
37,8 %
der Wohnungseinbrüche fanden am Tag statt (31.332 Tageswohnungseinbrüche).
Zwei weitere Werte runden das Bild: Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 14,1 % – Einbrüche werden also selten aufgeklärt, was die Vorbeugung umso wichtiger macht. Und im langjährigen Vergleich liegt das Niveau weiterhin deutlich unter den Vor-Pandemie-Werten (2019: 87.145 Fälle), auch wenn 2025 wieder ein Anstieg zu verzeichnen war.
Fast jeder zweite Einbruch scheitert – warum das zählt
Die wichtigste Zahl für den eigenen Schutz ist die Versuchsquote: 44,9 % aller versuchten Wohnungseinbrüche blieben 2025 im Versuch stecken. Die Täter kamen also nicht hinein. Die polizeiliche Beratung führt das maßgeblich auf gute Sicherungstechnik und aufmerksame Nachbarn zurück.
Der Mechanismus dahinter ist einfach: Einbrecher arbeiten unter Zeitdruck. Wenn ein Fenster oder eine Tür nicht in kurzer Zeit nachgibt, steigt das Risiko, entdeckt zu werden – und viele brechen ab. Genau hier setzt mechanischer Einbruchschutz an: Er verlängert den Widerstand über die kritischen ersten Minuten hinaus.
Wann eingebrochen wird
Das verbreitete Bild vom nächtlichen Einbrecher stimmt nur zum Teil. Ein erheblicher Anteil der Taten passiert am helllichten Tag: 2025 waren es 37,8 % – rund 31.000 Tageswohnungseinbrüche. Der Grund ist naheliegend: Tagsüber sind viele Wohnungen leer, weil die Bewohner bei der Arbeit, in der Schule oder beim Einkaufen sind.
Über das Jahr verteilt steigt die Zahl der Einbrüche typischerweise in der dunklen Jahreszeit von Herbst bis Winter, wenn früh einsetzende Dämmerung den Tätern Deckung bietet und Abwesenheit schwerer zu erkennen ist. Für den Schutz heißt das: Anwesenheit sollte auch tagsüber und in der dunklen Jahreszeit glaubhaft wirken.
Wie sich das umsetzen lässt, zeigt der Ratgeber Anwesenheitssimulation: das Haus bewohnt wirken lassen.
Wie eingebrochen wird
Die häufigste Methode ist das Aufhebeln von Fenstern und Türen mit einfachem Werkzeug wie einem Schraubendreher – nicht das laute Einschlagen von Scheiben. Angegriffen werden bevorzugt gut erreichbare und schlecht einsehbare Stellen: Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoss, die Rückseite des Hauses, Keller- und Nebeneingänge.
Daraus ergibt sich die Prioritätenliste für den Schutz fast von selbst:
Welche Schwachstellen ein Haus typischerweise hat, ordnet der Überblick Einbruchschutz fürs Haus: die wichtigsten Schwachstellen ein.
Was die Zahlen für Ihren Schutz bedeuten
Aus der Statistik lassen sich drei klare Schlüsse ziehen:
Erstens: Mechanik wirkt. Die hohe Versuchsquote belegt, dass gesicherte Fenster und Türen Einbrüche verhindern. Der Grundsatz „Mechanik vor Elektronik“ ist keine Floskel, sondern in den Zahlen sichtbar.
Zweitens: Abwesenheit ist das Risiko. Der hohe Anteil an Tageseinbrüchen zeigt, dass der leere, unbewohnt wirkende Haushalt das eigentliche Ziel ist. Anwesenheitssimulation senkt dieses Risiko.
Drittens: Aufklärung ist selten. Bei einer Aufklärungsquote von 14,1 % ist Vorbeugung der weitaus wirksamste Hebel – warten, bis etwas passiert, ist keine Strategie.
Fazit
Die Einbruch-Statistik 2025 zeichnet ein klares Bild: mehr Fälle als im Vorjahr, aber weiterhin unter dem Niveau von 2019 – und vor allem eine Versuchsquote von fast 45 %. Einbrüche scheitern häufig, und zwar an Sicherungstechnik und aufmerksamen Nachbarn. Ein erheblicher Teil passiert tagsüber, die meisten durch Aufhebeln gut erreichbarer Fenster und Türen.
Die praktische Botschaft ist ermutigend: Wer die richtigen Stellen sichert und sein Haus bewohnt wirken lässt, verschiebt die Wahrscheinlichkeit deutlich zu seinen Gunsten.